Die verpasste Chance

Fehler, Probleme und Konflikte bieten immer eine Chance
 – doch leider wird diese Chance oft nicht genutzt.


Das Thema Umgang mit Fehlern – und wie man es besser nicht macht - ist mir auch bei einem Kundenauftrag begegnet. Ein Manager hatte den Auftrag erhalten, sich für sein Fehlverhalten vor der gesammelten Mannschaft zu entschuldigen. Es ging bei der vorgefallenen Sache weniger um das WAS, sondern um das WIE, wie er sich in einer konkreten Situation dem Team gegenüber verhalten hat.

Diese – zugegebenermaßen sehr unangenehme Angelegenheit – hätte er wirkungsvoll, als beziehungsfördernde Chance nutzen können, indem er sich vorne selbstreflektiert hingestellt hätte und als erstes sein Bedauern ausgedrückt hätte oder besser noch um Entschuldigung geben hätte. Doch er tat nichts dergleichen.


Stattdessen erklärte er warum er sich so verhalten hat und warum die Sache an sich richtig ist. Die Leute wurden unruhig, hörten gar nicht mehr hin, waren enttäuscht bzw. fühlten sich bestätigt in ihren Annahmen. Trotz sehr guter Hinweise aus dem Team, dass es bei der Angelegenheit nicht um das, WAS sondern um das WIE ging, gingen ihm nicht die alles auflösenden Worte: „Es tut mir leid.“ „Ich bitte um Entschuldigung.“ über die Lippen.

PUNKTGENAU - Liane A. Rieger

Interessanter Weise sagte er dann was, was er hätte niemals sagen müssen, wenn er sich entschuldigt hätte. Er lies regelrecht die Hosen runter, sagte er stünde total unter Druck und bat um Verständnis für seine Situation. Vermutlich glaubte er dadurch mehr Anerkennung zu erhalten. Allerdings hatte er wohl vergessen in welcher Rolle er vor den Menschen stand… Das bewirkte einen zusätzlichen Gesichtsverlust. Zum Abschluss blieb nach einer ¾ Stunde Selbstdarstellung ein bitterer Geschmack auf beiden Seiten übrig, ohne eine Lösung für die Zukunft. Eine Chance wurde vollkommen vertan. Dabei hätte es eine ehrliche Entschuldigung innerhalb eines Satzes gelöst.


Hier mein Tipp:

Der beste Türöffner im Konfliktfall ist es, das persönliche Bedauern auszudrücken. Auch wenn man tatsächlich nicht der Verursacher der Angelegenheit ist, kann man mit dem anderen wohlwollend mitfühlen und sein Bedauern ausdrücken. Man bedauert, dass der andere sich ärgert, sich verletzt fühlt.


Wenn man tatsächlich Verursacher der Angelegenheit ist, ist es wichtig, dass die ersten Worte lauten: „Es tut mir leid. Ich bitte Dich um Entschuldigung.“ Diese Worte sind eine Einladung auf die Brücke zur gemeinsamen Verhandlung, denen jeder Mensch gerne folgt. Sie sind eine erfolgreiche Basis für ein gutes Miteinander, damit eine Krise zur gemeinsamen Chance für eine nachhaltig, erfolgreiche Beziehung wird.

PUNKTGENAU - Liane A. Rieger

Egal was wir tun oder nicht tun, es hat eine Wirkung. 


Wenn man diesen Satz liest, denkt man vielleicht: Na klar, das hat Watzlawick auch schon gemeint, als er sagte: „Man kann nicht, nicht kommunizieren.“. Doch auch wenn das eigentlich klar ist, vergessen es die Menschen, wenn es um ihre eigene Verhaltensweise geht oder es ist ihnen zwar klar - dass alles eine Wirkung hat - aber ihnen ist nicht klar, dass ihr eigenes Verhalten eine Wirkung hat und vor allem wissen sie nicht, welche Wirkung ihr Verhalten auf Andere hat. Und der Gipfel des Vergessens wird erreicht, wenn man sich gemeinschaftlich über das Verhalten eines nicht Anwesenden mit den Worten aufgeregt: „Das macht man nicht!“ und man sich gegenseitig Einigkeit versichert.


Das Spannende daran ist, dass die Menschen sehr genau wissen, was man nicht macht, aber sie selbst nicht bemerken, dass sie mit ihrem Verhalten anderen auf die Füße treten oder sie unangenehm oder schräg ankommen. Und das ist tatsächlich so, sie bemerken es nicht. Aber alle anderen unterstellen ihnen ein vorsätzliches Verhalten. 


In meinen Kursen lade ich dich deswegen dazu ein, gemeinsam mit mir hier auflösend zu handeln und hilfreiche Techniken zu entwickeln, um in solche Situationen nicht mehr versehentlich reinzustraucheln. Du wirst lernen, wie du diese Situationen für dich komplett zum Positiven verändern kannst und dir so starke,  harmonische und glückliche Beziehungen zu deinen Mitmenschen - sei es beruflich oder privat - aufbauen. 


Hast du Fragen?
Schreib mir gerne.

Herzlich, deine
Liane

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